1.) Traue nach wie vor keinen Prognosen! Die Prognosen des beliebten Analysten-Schätzwertspiel "Wo steht der DAX am Jahresende 2008?" werden wahrscheinlich auch in diesem Jahr stark abweichen. Schon die letzten Jahre waren Analysten mit ihren Schätzungen meilenweit entfernt und das wird sich auch die nächsten Jahre nicht ändern. Auch bei Aktienanalysen kann man die Einschätzungen zwar zur Kenntnis nehmen, aber eine allzu große Beachtung würde ich diesen Analysen nicht schenken. Sollte eine Bank auf steigende Kurse setzen, werden die Analysen eher positiv ausfallen. Das Gegenteil wird passieren, wenn eine Bank auf fallende Kurse setzt. Dann werden zumeist Kursziele genannt, die tief unter den aktuellen Kursen liegen, um Anleger zum Verkauf zu bewegen. 2.) Die Lehren aus der Vergangenheit greifen nur bedingt!
Während die meisten Experten lediglich die Nachkriegshistorie für Vergleiche mit der aktuellen Situation heranziehen, haben nur wenige die aktuelle Verfassung an den europäischen und US-Aktienmärkten mit der Situation um 1929/32 oder mit Japan Anfang der 90er Jahre verglichen. Erst seit Anfang diesen Jahres findet sich dieser Vergleich des Öfteren in den Medien wieder. 3.) Kein Aufschwung ohne Marktbereinigung! Diese These vertrete ich nach wie vor. Erst wenn sehr viele Unternehmen pleite gegangen sind, Verschuldungs- und Überkapazitätsprobleme somit "gelöst" werden, kann es an den Märkten zu einer nachhaltigen Trendwende infolge steigender Gewinne der Gesellschaften kommen, die überlebt haben. Davon sind wir m.E. nach noch ein Stück entfernt, auch wenn es 2002 mit Worldcom, Enron & Co., sowie mit der größten Insolvenzflut aller Zeiten in Deutschland schon eine erste Welle der Bereinigung gab, sind wir aktuell von einer Bereinigung noch weit entfernt. Ein DAX um 5.000 Punkte in der aktuellen Situation wäre eine Bereinigung für mich. 4.) Kommen wir zu dem seit nunmehr über einem Jahr erfreulichen Thema Gold. Seit Ende 2001 predige ich vor Freunden, Bekannten und allen Leuten, die mich auf das Thema Börse ansprechen, dass man zumindest 5 - 10% seiner liquiden Mittel in Gold und vor allem in Goldminenaktien anlegen sollte. Den Rest würde ich übrigens nach wie vor in Geldmarktfonds (35%), deutschen Staatsanleihen mit mittlerer Laufzeit (4-6 Jahre, 40%) und 5-10% in Hochzinsfonds halten. Ein kleiner Teil kann zum Spekulieren und zum Mitnehmen von kurzfristigen Trends genutzt werden. Bedenken Sie: In Baissephasen ist ein solches Portfolio unspektakulär, aber es sichert Ihr Vermögen! Zudem wird "Sicherheit" in einer Baisse immer teurer, so dass Sie sich am Ende der Baisse sicher zu den Gewinnern zählen dürften! Gold bleibt nach meiner Meinung deshalb auch 2008 ein "glänzendes" Investment. Alle Gründe, welche in den letzten 20 Jahre gegen Gold sprachen, haben sich mittlerweile ins Gegenteil verkehrt: - Goldminengesellschaften lösen nach und nach ihre Vorwärtsverkäufe auf
- für Banken sind Goldleihgeschäfte bei niedrigen Zinsen unrentabel
- Notenbanken in Asien kaufen wieder Gold
- in China ist der Goldkauf wieder erlaubt
- nach wie vor wird der Goldpreis künstlich gedrückt!
Die sich zuspitzende Finanzkrise wird auch weiterhin dafür sorgen, dass die Edelmetalle wieder ansteigen werden. Die Nachfrage nach physischem Gold ist weiterhin ungebremst. Laut Westgold ist die Verkaufsneigung bei physischem Gold gleich Null. Sollten Sie physisches Gold besitzen oder auch Goldzertifikate laufen haben, würde ich weiterhin kein Stück verkaufen. Das Investment in Gold oder Silber sollte man als langfristiges Investment sehen. Kurse unter 800 Dollar sollte man meiner Meinung nach nutzen, um nachzulegen oder neu einzusteigen. |